REMIX! zur Nacht der Forschung Heidelberg | Mannheim 2019

„Aus kreativem Chaos wird langsam Ordnung“

Beim letzten Projekttreffen der Teams vor der Nacht der Forschung ist die Stimmung hervorragend. Seit Wochen arbeiten Forscherinnen und Forscher mit Kreativen des Dezernat 16 zusammen, besuchen sich gegenseitig, erklären sich ihre Ansätze. Das Ergebnis können wir am 27. September am EMBL sehen.

Unsere Bulletin-Redaktion konnte die REMIX!-Teams begleiten und freut sich nun, einen kleinen audiovisuellen Eindruck der Zusammenarbeit zu geben. Weitere Informationen zu den Projektgruppen unterhalb des Videos.

 

 

„Lasst uns das letzte Treffen nutzen, um einander über den aktuellen Stand der Projekte zu informieren und noch ein paar organisatorische Fragen zu klären“, sagt Philipp Eisele zur Begrüßung. „So haben wir alle eine Vorstellung davon, woran die Teams gearbeitet haben.“

In der ersten Projektgruppe entwickelte Nicola Falley zusammen mit den Forscherinnen Milka Hammaren und Arina Rybina eine Idee für eine temporäre Installation am EMBL. „Wir haben uns mit der Zellteilung befasst und uns gefragt, ob wir visualisieren können, wie sich das Genom verdoppelt“, erläutert Arina. Für ihre luftige und überraschende Installation nutzen sie das gesamte Hauptgebäude des EMBL, das ATC. „So sind die Besuchenden selbst in unserer Zelle. Zusätzlich planen wir eine filmische Umsetzung und eine Lichtinstallation“, ergänzt Nicola.

Die andere Hälfte der Projektgruppe plant eine akustische Ergänzung, hat sich aber noch einen anderen Fokus gesucht. Gregor Mönke, der am EMBL Stammzellenforschung betreibt, erläutert den Hintergrund: „Stammzellen haben eine Besonderheit. Sie sind in der Lage, aus sich selbst heraus Ordnung herzustellen.“ Gregor forscht an einem sogenannten entwicklungsphysiologischen Oszillator, eine Art Vorbildung für Wirbel. „Alle oszillatorischen Zellen sind ein einem Rhythmus, sie stimmen sich miteinander ab und schaffen dadurch Ordnung, um die Struktur für die späteren Wirbel anzulegen“. „Unsere Idee ist es, genau diesen Prozess hörbar zu machen“, sagt Schlagzeuger Daniel Gallimore. Eine musikalische Übersetzung für einen biologischen Prozess, der mithilfe von mathematischen Modellen abgebildet wird – das klingt sehr anspruchsvoll. „Dank der guten Vorarbeit von Gregor und dadurch, dass die Musik meine Komfortzone ist, bekommen wir das sehr gut hin“, erklärt Daniel. „Parallel arbeiten wir an der Lichtinstallation unserer ganzen Gruppe; das wiederum ist für mich Neuland. Mal sehen, ob unsere Vorstellungen umsetzbar sind“.

Im zweiten Projektteam ließen sich Sabine Arndt und Steph Selke von Olga Olesuik ihre Forschung an Krebszellen zeigen und erklären. Die Mikroskopaufnahmen, mit denen sich Olga beschäftigt, zeigen Querschnitte von Krebszellen, die mit speziellen Mitteln eingefärbt werden. So lassen sich die Zellen schichtweise und sehr detailliert betrachten. Steph filzte diese Strukturen nach. Um die knalligen Farben, die in der Forschung verwendet werden, zu zeigen, benutzte sie Wolle, die im Schwarzlicht leuchtet. Was sich Steph für die Nacht der Forschung noch überlegt hat, ist etwas wetterabhängig und bleibt daher eine Überraschung.

Sabine nahm die Forscherinnen und Forscher selbst als Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Umsetzung. Mit Laborkitteln und mit neonfarbenem Plasma gefülltem Plastik symbolisiert sie die Forschung an der Zelle. Gleichzeitig stellt sie den schnellen Wechsel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Mittelpunkt. Sie sind durch befristete Verträge häufig nur wenige Jahre am EMBL, was einen interessanten Kontrast zu den Krebszellen bildet, an denen sie forschen. Diese stammen von einer in den 50er Jahren verstorbenen Person.

Die letzte Projektgruppe plant mit Jochen Steinmetz, Dominik Paunetto, Marco Tecza und den Forscherinnen Büsra Erarslan und Veronika Saharuka unter anderem ein Fotoprojekt, hüllt sich aber noch in geheimnisvolles, spannungssteigerndes Schweigen. Schon jetzt freuen sich aber alle Akteure auf die gemeinsame Ausstellung. „Diese besondere Kooperation bereichert nun schon das zweite Mal die Nacht der Forschung. Wir hoffen, am 27 auch den großen Spaß, den wir gemeinsam hatten, abbilden zu können“, sagt Arina.

Um interessierten Besucherinnen und Besuchern die verschiedenen Installationen zu zeigen und zu erläutern, finden am 27.9. Führungen statt – um 17:00, 18:00 und 19:00 Uhr. Details hierzu im Programm der Nacht der Forschung und auf facebook.