Erster alternativer Girls Day im Dezernat 16

Die Impulsagentur LEADING EDGE lud am 28. März 2019 vier junge Mädchen
zwischen 11 und 14 zu einem „Girls Day“ ins Dezernat 16 ein. Die bundesweite
Initiative des „Girls Day“ hat sich zum Ziel gesetzt, Mädchen mit außerschulischen
Lernangeboten gezielt Einblicke in Berufe zu geben, die bisher männerdominiert
sind. Im Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft sind die unterschiedlichsten
Berufe aus den 12 Teilbranchen vertreten.

„Als meine Töchter in der Planung des diesjährigen Girls Day erneut leer ausgingen,
fragte ich meinen Co-Geschäftsführer Dirk Welz, ob er sich ein solches Angebot
auch bei uns im Dezernat 16 vorstellen kann“, sagt Organisatorin Julia Schönborn.
Ihre Agentur LEADING EDGE betreut die Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums der
Kultur- und Kreativwirtschaft. „Dadurch sind wir hier gut bekannt und vernetzt“, so
Julia. Dirk Welz und sie entschlossen sich, vier Plätze zu schaffen und den
Girls Day in der Kreativwirtschaft einfach auszuprobieren. Probleme gab es
lediglich bei der Anmeldung als offizielles Angebot zum Girls Day. Per Mail teilte
man der Agentur mit, dass es sich bei den Kreativbranchen um weiblich dominierte
Berufe handelte, und dass das Angebot daher eher etwas für den zeitgleich
stattfindenden „Boys Day“ sei. „Schwierig ist dabei, dass für die Jungen hier in der
Region ein ausreichendes Angebot besteht, während die Mädchen aus meiner
Erfahrung heraus oft leer ausgehen – auch weil immer mehr Schulen diese Tage
wahrnehmen, was grundsätzlich sehr löblich ist“, erläutert Julia Schönborn. „Wir haben
mit den betroffenen Schulen gesprochen. Auch sie kennen dieses Problem. Alle
waren sehr offen, also haben wir unser Angebot einfach „Alternativer Girls Day“
genannt“, sagt Dirk Welz.

 

Am 28. März 2019 startete der Girls Day pünktlich um 9 Uhr mit einem echten
Highlight: Die Mädchen durften in fachkundiger Begleitung auf das Gerüst der
alten Neckarbrücke. Hier restaurierte Künstlerin und Restauratorin Nicola Falley die
Goldbuchstaben an den Spruchtafeln – mit sogenanntem „Sturmgold“, wie sie den
interessierten Mädchen erklärte. Steinmetz Marcel Funke von der Firma Nüthen
aus Erfurt, der die Steinarbeiten auf der Brücke betreut, führte die Girls Day-
Besucherinnen zu verschiedenen bearbeiteten Stellen, erklärte seinen Beruf und
erzählte manche abenteuerliche Anekdote. Beide, Steinmetz und Restauratorin,
führte ihre Arbeit schon hoch hinaus auf Kirchtürme und weit hinunter an
Steilhänge.

 

Mit Filzerin Steph Selke, die mit den jungen Mädchen etwas erarbeitete und dabei
aus ihrem Werdegang erzählte, ging es in den alten Fahrzeughallen des Dezernat
16 weiter. Die Girls Day-Besucherinnen hatten sich vorgenommen, ein kurzes Video
ihres Aufenthalts zu gestalten, und interviewten parallel zur Arbeit in der Filzerei.

 

Auf der anschließend stattfindenden Führung durch das Haus wurden die
Jugendlichen dann spontan zu Komparsinnen in einem Filmdreh, bevor sie von Marc
Skribiak (RAWHUNTER) in die Produktion von Imagefilmen eingeführt wurden.
Bewaffnet mit einem schwenkbaren Stativ, das die Kamera auch bei
Außenaufnahmen sehr ruhig hält, liefen die Mädchen durch den Raum und ließen
sich parallel etwas zu Kameradrohnen erklären.

 

Der letzte Besuch des Tages führte zu Fotografin Sabine Arndt ins Studio.
Während die Gastgeber von LEADING EDGE langsam ermatteten, wurden die
Mädchen nicht müde, der Fotografin Fragen zu stellen. Ein anschließendes
Fotoshooting mit der Profi beendete den ersten alternativen Girls Day im Dezernat
16. „Nach den großartigen Rückmeldungen der Mädchen und unserer besuchten
Kreativen werden wir auch im nächsten Jahr einen Girls Day anbieten“, so
Julia. „Natürlich nennen wir ihn dann auch wieder brav einen ‚alternativen
Girls Day’“, fügt Dirk hinzu. Und bemerkt augenzwinkernd: „Obwohl bei uns diese
Einteilung kaum jemand nachvollziehen konnte – immerhin sind die Berufe hier sehr
vielfältig, und wir haben mit Bildhauerei, Musik- und Filmproduktion auch klar als
‚männlich‘ bezeichnete Berufe im Zentrum.“