Was macht eigentlich …

Mit „Was macht eigentlich …?“ ist unser Bulletin um eine Rubrik reicher geworden. Viele Akteurinnen und Akteure sind dem Dezernat 16 bereits seit längerem treu. Das gibt uns die Gelegenheit, Projekte zu begleiten, Entwicklungen zu sehen und auch abzubilden. Mit kurzen Beiträgen – kleinen Statusupdates, wenn man so will – wollen wir immer mal wieder nach dem ein- oder anderem unserer Mieter schauen. Heute fragen wir uns: Was macht eigentlich …

… Eyal Pinkas zur Zeit? 

Nach seiner Teilnahme an der Karlsruher Kunstmesse bereitet der Künstler eine Einzelausstellung in Ladenburg vor. In den Räumen des Kunstvereins Ladenburg in der Hauptstraße 77 wird er ab dem 28. Juni verschiedene Fotoinstallationen zeigen. „Dabei möchte ich bewusst mit dem Raum spielen“, sagt Eyal Pinkas. „Jede Ausstellung ist immer ein Experiment, auch für den Künstler. In jedem Raum wirkt meine Kunst anders, stehen die Werke in einer neuen Beziehung mit einander“.

Für die Ausstellung kombiniert er überwiegend Fotografien von Alltagsgegenständen. Manchmal sind die Objekte vollkommen anders zusammengesetzt als gewohnt, manchmal bedient er sich für seine Kunst einer Collagetechnik. Das Verfahren, das er für die Entstehung dieser Fotos anwendet, kann mit archäologischen Techniken verglichen werden: Bei der Rekonstruktion kaputter Alltagsgegenstände macht Eyal Pinkas nach jedem Arbeitsschritt ein Bild. Diese Fotos setzt er dann zusammen. Es entstehen Bilder, die interessante Brüche und eine ungewohnte Perspektive aufweisen.

„Archäologie ist eine Forschung, die immer mit dem Objekt zu tun hat“, erklärt er seine Herangehensweise. „Die Menschen sind längst weg, aber die Dinge erzählen uns etwas über sie.“ Eyal Pinkas springt also weit in die Zukunft, um einen neuen und ganz anderen Blick auf unsere Gegenwart zu werfen.

„Wenn ich anfange, mit den Sachen zu spielen und zu arbeiten, erhalten sie einen Charakter“, beschreibt Eyal Pinkas die Interaktion mit seinen Werken. Dabei geht es auch um Beziehungen der Gegenstände zu uns, den Betrachtenden. „Es gibt einen Raum zwischen objektiver und subjektiver Realität. Ich frage mich immer, wie ich diesen Raum überbrücke.“ Dazu zeigt Eyal ein Beispiel:

In seiner Fotoserie „The Landing“ setzte er ein Bett viermal anders zusammen. Einmal steht die Matratze auf den senkrecht aufgerichteten Latten, einmal erinnert das Gebilde an ein Schiff, einmal an ein Auto. Dieser Effekt ist gewollt: „Das Bett nimmt uns im Traum mit auf eine mentale Reise. Ich habe mich gefragt, was würde passieren, wenn sich diese Reise auf das Objekt selbst auswirkt. Das Bett wird in meinen Werken also zu einer Art Fahrzeug“, erklärt Eyal Pinkas. Mit seiner Gestaltung bekommt das Bett dynamische Formen, die Aktion und Reise anzeigen. Der Titel spielt dabei mit der Unwahrscheinlichkeit als künstlerischem Element.

Seine Einzelausstellung „birds covered in oil“ eröffnet am 28.6. um 19:30 Uhr. Bis Mitte Juli ist sie in Ladenburg zu sehen, jeweils Samstag und Sonntag sowie nach Terminabsprache mit Eyal, zum Beispiel über seine Website.

Fotos: Eyal Pinkas

Text: Julia Schönborn