Neues Unternehmen im Dezernat 16: Rawhunter

Das Unternehmen Rawhunter produziert Videos für verschiedene Unternehmen und Organisationen. Drei Jahre standen sie auf der Warteliste für ein Büro in der Kultur- und Kreativwirtschaft, jetzt hat es endlich geklappt: Vor kurzem zogen die Gründer Marc Skribiak und Taskin Memeyagi in die Emil-Maier-Straße 18.

Als sich Taskin und Marc vor vielen Jahren auf der Neckarwiese kennen lernten, dachte vermutlich keiner der beiden an eine gemeinsame GbR. Marc machte Kampfsport, Taskin Parkour, und die ersten Videos von ihren Bewegungen und Kunststücken waren vor allem Zeitvertreib. „Wir hatten damals vom Filmen keinerlei Ahnung“, lacht Marc. Aber wir haben natürlich erste wichtige Erfahrungen, zum Beispiel mit Videoschnitt, gemacht.“ Eine ihrer damaligen Produktionen ist noch online. Und obwohl Marc und Taskin betonen, dass dieses Video weit vor ihrer beruflichen Karriere im Bereich Videoproduktion entstand, ist der Kurzfilm mit Stuntman Andy Long durchaus sehenswert. Immerhin schaffte es die Freizeitproduktion zu einem Filmfestival.

„Bis ich mich aber mit dem Thema selbständig gemacht habe, ist beruflich noch einiges passiert“, erzählt Marc. „Wir machten beide eine Ausbildung zum Grafikdesigner, dann habe ich Digitale Medien studiert, und Taskin Mechatronik. Bis einschließlich 2014 arbeitete ich für ein Motorradunternehmen in Hockenheim. Für dieses Unternehmen hatte ich in meinem letzten Jahr dort den Auftrag, in Monaco ein Video zu erstellen.“ Drohnenaufnahmen sollten es werden, und Marc wusste, dass Taskin eine Drohne besaß. „Er fragte mich, ob ich mitwill, und der Auftrag hat einfach großen Spaß gemacht“, berichtet Taskin. Als das Unternehmen sich wenig später auflöste, beschlossen beide, gemeinsam zu gründen. Taskin hatte zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre ganz unterschiedliche Erfahrungen mit der Selbständigkeit gesammelt.

Taskin beim Dreh.

Arbeiten unter der Sonne Spaniens

Die erste Idee der Gründer: Videoproduktion mit einem klaren Fokus auf Fahrzeuge. Und gleich die ersten beiden Aufträge beschreiben die Rawhunters als Sechser im Lotto: „Wir fuhren nach Almeria in Spanien, drehten etwa eine Woche unter tollen Bedingungen, hatten eine fantastische Zeit. Das war natürlich sehr motivierend“, erzählt Taskin. Wieder zurück wurde klar: Nicht jeder Auftrag wird in Spanien unter der Sonne stattfinden. „Das Thema Akquise war für uns, wie für viele Kreative, eine echte Herausforderung“, sagt Marc. „Wen sprechen wir an, für wen wollen wir arbeiten – wir haben uns viele Fragen gestellt, auch strukturelle. Dann fiel die Entscheidung: Wir konzentrieren uns nicht auf die Kaltakquise, sondern schaffen uns ein Netzwerk und versuchen, darüber Aufträge zu generieren.“

Marc und Taskin bewarben sich auf ein Büro in der Kultur- und Kreativwirtschaft – und wurden auf die lange Warteliste gesetzt. „Zwischendurch haben wir dann Angebote erhalten, woanders ein Büro anzumieten“, sagt Marc. „Aber irgendwann war für uns klar, dass wir im Dezernat 16 sein wollen. Und dann lieber notfalls noch ein wenig länger warten.“ Warum diese Entscheidung? „Obwohl wir noch keine Mieter waren, unterstützte uns das Dezernat 16 und ganz besonders Philipp Eisele sehr“, erläutert Marc. So nahm er uns zum Beispiel vor zwei Jahren auf die Bürgermesse mit. Und er vermittelte uns an die Stadt. Die verschiedenen Ämter sind bis heute einige unserer wichtigsten Kunden.“ Taskin ergänzt: „Begonnen hat es mit einem Auftrag für die Wirtschaftsförderung. Mittlerweile werden wir intern empfohlen, und oft ergibt sich ein Auftrag aus dem nächsten.“ Gerade in diesem Bereich ist der Eventfilm ein festes Standbein von Rawhunter.

Rennstrecken und mehr: Projekte mit Rennfahrern bieten viel Raum für Kreativität.

Videoproduktionen, Begleitung von Events und Projekten …

Und der Plan, Fahrzeuge zu filmen? Sind die Rennstrecken dieser Welt in weite Ferne gerückt? „Klar, dass sich ein Unternehmen auch anpassen muss“, sagt Marc dazu. „Aber mit unseren freien Projekten sind wir immer noch sehr nah an unserer ursprünglichen Idee. Vor kurzem haben wir einen befreundeten Rennfahrer mit seinem Motorrad auf der Rennstrecke gefilmt. In solche Projekte können wir uns kreativ auch noch einmal ganz anders einbringen und lernen dadurch natürlich“.

Im Portfolio von Rawhunter befinden sich Videoproduktionen für Industrie und Wirtschaft, Drohnenaufnahmen, sowie Begleitung von Events und Projekten. Aber auch virtuelle Rundgänge können Marc und Taskin produzieren. Für solche und andere Zwecke haben sie eine Zertifizierung für Google Maps. „Unser Fokus liegt auf Videoproduktionen, wir verfolgen aber aktiv die Entwicklung im Thema VR“, sagt Taskin. „Auch dieser Bereich ist für Unternehmen spannend“.

Breites Portfolio: Auch Drohnenaufnahmen bietet das Unternehmen an.

Aktuelle Projekte von Rawhunter können über die Website angesehen werden. In Zusammenarbeit mit der Redaktion des Bulletins wird Rwahunter in den kommenden Monaten verschiedene Videoformate gestalten. „Unsere Idee ist, die Kultur- und Kreativwirtschaft zusätzlich zum Bulletin mit Videos abzubilden“, sagt Marc dazu. Einmal pro Ausgabe wird ein zusätzliches Video Einblicke in das Tun der Akteurinnen und Akteure geben. Für die aktuelle Ausgabe hat das Ensemble vom Theater Carnivore den Rawhunters Rede und Antwort gestanden.

Text: Julia Schönborn
Fotos: Rawhunter