Ralf-Werner Kopp: Musiklehrer für Blechblasinstrumente

Seit einem Jahr nutzt Ralf-Werner Kopp das Angebot des Medienraums im Dezernat 16. Jeden Freitag gibt er Einzelunterricht für Blechblasinstrumente. Die Schüler des vielseitigen Musiklehrers kommen zum Teil aus einem Umkreis von 100 km in seinen Unterricht. 

Zwischen 7 und 62 Jahre alt sind die Schülerinnen und Schüler von Ralf-Werner Kopp. Der diplomierte Trompetenlehrer stimmt seinen Unterricht auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler ab. Auch hinsichtlich der eigenen Wünsche, die die Posaunen-, Horn- und Trompetenschüler mitbringen. „Ein Kind kann ich begeistern, indem ich immer neue Dinge am Instrument zeige. Bei Jugendlichen stehen oft plötzlich andere Inhalte im Mittelpunkt, hier motiviere ich, dranzubleiben. Und bei Erwachsenen schaue ich, wie das Hobby in den beruflichen Alltag integriert werden kann“, berichtet Ralf-Werner Kopp.

Im Fokus des Unterrichts: Die Funktionsweise des Instruments im Zusammenspiel mit Atmung, Zunge und Lippen. „Oft kommen Schüler mit den gleichen Problemen beim Spielen zu mir. Sie wünschen sich eine bessere Ausdauer, haben einen geringen Tonumfang oder ihre Tonqualität ist schlecht. Das betrifft Amateure und Profis gleichermaßen“, erklärt Ralf-Werner Kopp. „Wer das Instrument versteht und Atem, Zunge und Lippenbewegungen trainiert, kann seine Fähigkeiten entscheidend verbessern.“

Bild: Sabine Arndt

Was für andere Yoga ist, ist für mich Trompetenunterricht bei Dir!“ (Zitat eines Schülers)

Seine Methode lernte er bei Professor Malte Burba, Professor an den Musikhochschulen in Mainz und Dresden. Er entwickelte Übungen, die das Blechblasen verbessern, und lizenzierte die Übungen. Ralf-Werner Kopp kann aufgrund seiner Ausbildung diese für Blechbläser sehr attraktive Methode unterrichten und sich „lizenzierter Burba®Brass Lehrer“ nennen. „Ich will helfen, dass Menschen ihre Ideen, die sie im Kopf haben, auch nach außen tragen können. Die Unterrichtsmethode ist dafür ideal: Sie verbessert die Zuverlässigkeit, vermittelt Wissen über das Instrument und den eigenen Körper, und zeigt auch auf, was man selbst anders machen muss, wenn etwas noch nicht klappt“, lächelt Ralf-Werner Kopp überzeugt. „Was ich ihnen darüber hinaus gerne vermitteln möchte, ist, dass ein Instrument ein Begleiter fürs Leben ist“.

Dafür gibt er auch Ziele vor. Und rät seinen Schülern, den Einzelunterricht zu kombinieren. „Ideal ist es, in einem Ensemble oder einer Blechbläserklasse zu spielen und begleitend Einzelunterricht zu nehmen. Der Einzelunterricht ist essentiell, und in Kombination mit einem Ensemble kann das Gelernte sofort angewendet werden. Das motiviert.“

Mit „WOINEM BRASS“ beim SWR4-Blechduell

Seine Schüler an der Musikschule in Weinheim können das bestätigen. Dort gründete er „WOINEM BRASS“: Ende 2014 startete das Ensemble mit drei Musikern. Schnell erweiterten sie um einen Pianisten und einen Schlagzeuger. Heute sind sie mit Ralf-Werner Kopp zu zehnt. Innerhalb von zwei Jahren entstand so ein Blechbläserensemble, das neben klassischer Blechblasmusik mit Liedern von Michael Jackson und „Mission Impossible“ ein sehr vielfältiges Programm bietet. Und das auf seine Leistungen sehr stolz sein kann: Für die Bewerbung von „WOINEM BRASS“ beim „SWR4-Blechduell“ im Januar setzte der Ausrichter SWR4 sogar das Mindestalter für die Teilnahme herunter.

Blechbläserensemble „WOINEM BRASS“

„Ich rief an und sagte, einige von uns seien erst 14“, erzählt Ralf-Werner. „SWR4 reagierte und wir konnten uns mit einem Trailervideo bewerben“. Das Video ist über die in Schülerleistung entstandene facebook-Seite und den Blog von „WOINEM BRASS“ zu sehen. Vor kurzem war der Vorentscheid des Blechduells, bei dem das junge Ensemble gegen fünf weitere Bands antrat. „WOINEM BRASS“ wurde Dritter, ganz knapp hinter zwei Ensembles auf Profiniveau. Eine tolle Rückmeldung und eine sehr gute Leistung, bei der die Schülerin und die 8 Schüler so ganz nebenbei etwas über Bühnenpräsenz, Tonaufnahmen, Videoerstellung und Eigenmarketing lernten.

„Unser Ziel war klar: Wir wollten Spaß haben und das Bestmögliche leisten. Die Reaktionen zeigten: Das haben wir geschafft“, sagt Ralf-Werner erfreut. Zwar fährt das Ensemble jetzt nicht als Sieger des SWR4-Blechduells zum „Woodstock der Blasmusik“; hören können wir „WOINEM BRASS“ dennoch bald. Am Tag der Offenen Tür spielen sie im Medienraum des Dezernat 16.

Auf den Medienraum kam Ralf-Werner durch die Fotografin Sabine Arndt. Die Raumsuche als Musiklehrer sei nicht einfach, meint er. Das Dezernat 16 begegnete ihm unkompliziert, und den gut ausgestatteten Medienraum schätzt er sehr. Nach den Sommerferien bietet er seinen Unterricht freitags und montags an. Dennoch wünscht er sich zum Ausbau seines Angebots baldmöglichst einen eigenen Raum in der Kultur- und Kreativwirtschaft.

 

Fotos: Sabine Arndt, WOINEM BRASS

Text: Julia Schönborn