Theater Carnivore spielt „Traumfrau verzweifelt gesucht“

05.05.2018 / 20:00–22:00 Uhr / Foyer 1 im Dezernat 16


Traumfrau verzweifelt gesucht“ von Tony Dunham ist eine zeitgenössische Komödie, die in unterhaltsamer Art und Weise die erschütternde Vereinzelung des Menschen in einer ökonomisierten Welt zum Thema hat. Menschliche Nähe ist so überlebenswichtig wie eh und jeh. Das Werben um Partner ist durch digitale Instrumente professionalisiert. So wird aus dem sich Nähe Sehnenden ein Produkt, dass den Gesetzen des Marktes unterworfen ist.

Zum Inhalt des Stückes

Harald ist Informationsanalytiker. Er ist das Produkt einer ausufernden Arbeitswelt in der IT-Branche, von der er sich auch nicht freimachen kann, nachdem er von seiner Frau verlassen worden ist und die meisten seiner sozialen Kontakte verloren hat. Getrieben von Begehren, fragmethaften Vorstellungen von Liebe und seiner Einsamkeit sucht er über Kontaktanzeigen eine neue Partnerin. Dabei scheitert der Informationsanalytiker daran, sein Gegenüber wahrzunehmen: Zu sehr werden die Frauen überblendet von Haralds eigener Phantasie, die in Klischees gefangen ist. Und zu sehr trauert er um die Beziehung zu der Frau, die ihn verlassen hat. Albtraumhaft weit entfernt ist er von dem Mann, der er gerne wäre. Und so bleibt er in der Gesellschaft der vielen Möglichkeiten zur Einsamkeit verdammt.

Das Theater Carnivore – Schauspiel in der Tradition der Wanderbühne

Das Theater Carnivore bezieht sich auf die Tradition der Wanderbühne, mit der das professionelle deutsche Sprechtheater im 17. Jahrhundert seinen Anfang nimmt. Sie steht Pate für ein effektvolles Volkstheater, das Elemente der Commedia dell’Arte aufnimmt. Wir führen diese fast verloren gegangene Tradition fort. Theater Carnivore ist eine von nur noch sechs Wanderbühnen in Europa.

Neben der Wanderbühnentradition fühlen wir uns auch der dionysischen Tradition des Theaters verpflichtet. Der Name „Carnivore“ bezieht sich auf einen Beinamen des Griechischen Gottes.: „Der Rohfleischfresser“. So wird Dionysos in den „Mänaden“ (Euripides) angerufen, als die Frauen der Stadt sich in wilder Ekstase in den Wald zu den wilden Tieren begeben haben. Theater und Wein gehören in unserem Konzept zusammen. Über den dionysischen Gedanken hinaus ist der Wein auch Teil eines Terroir Gedankens, der Verbundenheit mit der Erde, dem Boden, auf dem wir spielen. In diesem Sinne haben wir das Konzept auch auf Höfe lokaler Erzeuger, markante Orte und Sehenswürdigkeiten erweitert.

Theater Carnivore 2017 „Bezahlt wird immer!“ Komödie von Florian Kaiser. Markus Schulz als Scarpin

 

Das Angebot richtet sich an ein breites Publikum und alle Theaterbegeisterten.

Die in der Inszenierung behandelten Themen und der Theaterabend als Ganzes sollen leicht zugänglich sein. Durch die Verbindung von Theater, Natur und Umgebung werden auch Menschen erreicht, die sonst nicht ins Theater gehen. Die Tradition der Commedia als „Volkstheater“ wird in dieser zeitgenössischen Form zu einem „Theater für alle“ und schafft somit Partizipation am kulturellen Leben für breite Bevölkerungsschichten.

Informationen zum Stück auf der Website der Wanderbühne sowie auf facebook. Tickets für die Aufführung am 5. Mai sind hier online buchbar.

 

Fotos: Theater Carnivore