Die Rhythmen im Blut: Daniel Gallimore

Jamsessions, Schlagzeugunterricht, Auftritte: Der Schlagzeuger und Schlagzeuglehrer Daniel Gallimore ist vielseitig – und vielbeschäftigt. Mit uns spricht er über seinen Unterricht, das Format „Funkloch“ und seine nächsten Pläne. 

Mit der „Funklochsession“, die einmal monatlich in der halle02 stattfindet, hat Daniel Gallimore ein eigenes, erfolgreiches Format etabliert. In der offenen Jamsession entscheidet das Los, welche Musiker mit einander spielen. „So lernen sich Nachwuchsmusiker und die „alten Hasen“ in der Musikszene kennen. Vernetzung ist extrem wichtig, und wir können auf diese Weise dazu beitragen“, sagt Daniel Gallimore. Das ungewöhnliche Konzept gefiel auch dem Organisator des Festivals „Enjoy Jazz“. Einmal im Jahr findet das größte deutsche Jazzfestival bei uns in der Region statt. Rainer Kern lernte „Funkloch“ kennen – und nimmt die Jamsession nun bereits im zweiten Jahr ins Programm des Festivals.

Hier ist ein Bild der Funklochsession in der halle02 zu sehen. Auf der Bühne einige Musiker, und die Halle ist gut mit Zuschauern gefüllt.

Foto von einer Funkloch-Session. Bild: Daniel Wetzel

Früh übte sich …

Über seine Schule kam Daniel Gallimore zum Schlagzeug, und letztlich sogar zum eigenen Schlagzeugunterricht. Rhythmus fand er schon als Kind interessant. Auf der inklusiven Gesamtschule, auf der Daniel Abitur gemacht hat, gab es ein breites musikalisches Angebot. Vor etwa 19 Jahren erzählte er seiner Lehrerin, er wolle Schlagzeug lernen. Sie vermittelte ihm einen Lehrer. Heute bringt er selbst Kindern das Instrument näher. Sowohl auf der Stephen Hawking Schule in Neckargmünd, als auch im Dezernat 16 gibt er Einzelunterricht. Wichtig ist ihm, den Kindern den Spaß am Schlagzeug zu vermitteln. „Auch wenn man die Basics beherrschen und diszipliniert üben muss: Ich achte darauf, dass die Jugendlichen Erfolgserlebnisse haben. Neben den vielen Verpflichtungen in ihrem Alltag ist es einfach gut für sie, wenn sie schnell ein Stück mitspielen können, das ihnen gefällt.“

Für seine Schüler in der inklusiven Gesamtschule hat Daniel Gallimore noch eine andere Funktion. Neben der Vermittlung von Instrument und Rhythmus ist er Vorbild. „Manche der Kinder sind körperlich weniger eingeschränkt als ich. Wenn die dann sagen: Das kann ich nicht! lasse ich das in bestimmten Situationen einfach nicht gelten. Sondern versuche, sie zu motivieren es weiter zu probieren“, sagt er lächelnd. Und freut sich: „Außerdem sehen sie, was ich alles am Schlagzeug kann, und fassen Mut und Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.“

Hier ist ein Bild einer Funklochsession zu sehen. Verschiedene Musiker an unterschiedlichen Instrumenten jammen zusamen

Gemeinsam Musik machen und Erfolgserlebnisse haben – für Musikerinnen und Musiker genauso wichtig wie für Daniel Gallimores Schüler

Schlagzeugunterricht für Produzenten und Daniels eigene Bands

Während es bei dieser Art von Unterricht vor allem um das Erlernen von Techniken geht, ist Daniels Arbeit mit Musikproduzenten etwas anders gelagert. In seinem ‚Schlagzeugunterricht für Produzenten‘ steht die Beratung im Vordergrund. „Die Produzenten profitieren von meiner praktischen Erfahrung, wenn ich zum Beispiel sage: Das kannst Du schon so umsetzen, aber ein echter Schlagzeuger geht das anders an“, lacht Daniel Gallimore.

Aus seiner Leidenschaft einen Beruf machen wollte Daniel schon früh. „Aber als Musiker entscheidest Du nicht: Jetzt bin ich Profi!“ erklärt er. „Es ist mehr ein stetiger Prozess von eigener Weiterbildung und Erfahrung.“ Zu dieser Erfahrung zählen auch seine Bands, in denen er neben der Musik Teile der Organisation übernimmt. Sowohl seine Combo „Neomore“ als auch sein Bandprojekt „Monopelao“ können für alle Anlässe gebucht werden. Allein für Auftritte, Proben, Organisation und Vorbereitung investiert Daniel Gallimore rund 50 Stunden in der Woche. Das sind schöne, aber auch sehr zeitintensive Projekte. „Bei Anfragen werde ich daher gerade etwas selektiver. Ich brauche mehr Zeit für meine eigene kreative Arbeit“, sagt er. Und meint konkret? „Mehr üben, meine Fähigkeiten ausbauen und vor allem: Meine eigene Musik schreiben.“

Daniel Gallimore am Schlagzeug, Bild: Daniel Wetzel

Daniel Gallimore am Schlagzeug, Bild: Daniel Wetzel

Infos zu Daniel Gallimore gibt es auf www.monopelao.de, auf der Seite der Funklochsession http://funkloch.band und in Kürze auch auf seiner eigenen Website danielgallimore.de, die gerade entsteht.

Beitragsbild: Daniel Wetzel

Text: Julia Schönborn